Dr. Bernhard Huber-Stiftung
Liebe Afrikafreunde!
Endlich – Bandile kann operiert werden! Für den 10-jährigen Jungen – ich hatte schon über ihn berichtet – ist diese OP die einzige Chance, wieder
in ein normales Leben zurückzufinden, in dem es selbstverständlich ist, zu essen und zu trinken. Ich werde nie vergessen, wie Bandile mit seiner
Mutter zum ersten Mal vor mir saß, sein T-Shirt hochzog und mir seine durch die Bauchwand liegende Magensonde zeigte. Seine Mutter ernährt ihn
seit zwei Jahren über diese Sonde mit einer Spritze, indem sie ihm stark verdünnten Maisbrei sowie Wasser und zerdrücktes Gemüse bzw. Obst
zuführt. Seit einer Speiseröhrenverätzung kann der Junge nicht mehr essen und trinken. Im Mai zeigten unsere Untersuchungen, dass tatsächlich
ein vollständiger Verschluss der Speiseröhre vorliegt. Das lässt sich nur mit einem Speiseröhrenersatz beheben. Doch diese OP ist sehr teuer und
wäre für die Stiftung kaum zu stemmen gewesen. Meine Anfrage bei der Kinderchirurgie in Karlsruhe nach Unterstützung blieb leider
unbeantwortet.
Doch jetzt haben wir eine Lösung für Bandile gefunden: Es
gibt einen Hilfsfonds der eswatinischen Regierung, der bei
außergewöhnlichen Krankheiten einspringt. Normalerweise
gibt es hierfür jahrelange Wartelisten. Doch Dr. Okkelo, der
auch die Magenspiegelung durchgeführt hatte, konnte
Bandile als besonders dringenden Fall anmelden und bereits
einen OP-Termin für den 11. September erreichen! Als mir Dr.
Okkelo dies mitteilte, fiel eine große Last von mir ab –
schließlich hatte Bandile all seine Hoffnung auf mich gesetzt.
Unsere Bemühungen und die rund tausend Euro teuren
Voruntersuchungen haben sich ausgezahlt – einfach großartig!
Wieder zeigt sich, wie wichtig es ist, ins Tun zu kommen und
an einen guten Ausgang zu glauben. Dann tun sich weitere
Türen auf. Selbst wenn die Vernunft nahelegt, dass etwas
nicht möglich ist („zu teuer, unmöglich…“), sollte man auf
sein Bauchgefühl hören. Dieses hatte mir in diesem Fall
gesagt: „Es kann nicht sein, dass dieser Junge zeitlebens auf
eine Magensonde angewiesen ist“. Jetzt hoffen wir, dass die
OP am 11.9. gut verläuft.
Die Familie in Siteki: Auch über sie habe ich bereits mehrfach
berichtet: Neun Kleinkinder und vier Erwachsene, die unter
katastrophalen Bedingungen in extremer Armut leben. Es
fehlt an allem: an sauberem Trinkwasser, medizinischer Hilfe,
Lebensmitteln und Toiletten. Regenwasser tropft in die
undichte Hütte, in der auch die Kinder schlafen. Die Hälfte
von ihnen leidet unter Fieber. Die nächstgelegene
Wasserstelle ist 30 Gehminuten entfernt an einem Fluss. Die
Frauen füllen das Flusswasser in Kanister ab und schleppen
diese auf dem Kopf zurück. Auf diese Weise stehen pro
Person und Tag maximal sechs Liter Flusswasser zur
Verfügung. (Schätzfrage: Wie hoch ist der Wasserverbrauch in
Deutschland? Es sind 125 l.) Das unsaubere Flusswasser führt
unter anderem zu Durchfalls- und Hauterkrankungen.
Was haben wir dieses Mal erreicht?
Bildung:
Für 17 Studierende bezahlten wir die Gebühren für das
zweite Semester – insgesamt 9.000 €. Außerdem besorgten
wir wieder Schulkleidung und -materialien. Mphumuzi, der
jetzt eine Lehre als Automechaniker anfängt, bekam von uns
Arbeitskleidung, Sicherheitsschuhe und einen
Werkzeugkasten.
Landwirtschaft:
Wir besorgten Setzlinge für den Gemüsegarten in unserem Kinderdorf: Kohl, Tomaten, Paprika, Salat, Blumenkohl und Rote Bete.
Infrastruktur:
Mit den letzten Arbeiten wurde das Zwei-Zimmer-Haus bei Nokuphila jetzt fertiggestellt. Im Waisenkinderdorf wurden Schränke und die Schaukel
repariert und Schweißarbeiten an den Fenstern durchgeführt.
Gesundheit:
Dieses Mal führte ich zahlreiche medizinische Behandlungen in den ländlichen Gebieten weit entfernt von unserem Kinderdorf durch und verteilte
zahlreiche mitgebrachte Arzneimittel. 15 Familien erhielten Moskitonetze zum Schutz gegen Malaria. Außerdem informierten wir über Malaria-
Präventionsmaßnahmen, z. B. über das Entfernen alter Autoreifen, in denen sich neben Wasser auch die Malaria übertragenden Anophelesmücken
ansammeln können.
Frauenprojekte:
Einer bedürftigen Frau zahlten wir die Miete. Anderen Frauen besorgten wir Lebensmittel und Hygieneartikel.
Auch Kleidung kauften wir für bedürftige Menschen ein.
Unterstützung bedürftiger Familien:
Wir besorgten Kleidung und Lebensmittel – letztere im Wert von über Tausend Euro. Dabei konzentrierten wir uns auf die Grundnahrungsmittel
Reis, Maismehl, Mabele Mehl, Bohnen und Sonnenblumenöl. Für Medikamente und Hygieneartikel gaben wir über 300 € aus.
Weltweit verzeichnen Hilfsorganisationen aufgrund zahlreicher Krisen rückläufige Spendeneinnahmen. Auch unsere Stiftung stellt das vor große
Herausforderungen – obwohl wir alle anfallenden Verwaltungsarbeiten ehrenamtlich erledigen und sämtliche Reisekosten privat bezahlen.
Vielen Dank euch allen für eure Unterstützung und dafür, dass ihr uns dabei helft, den Menschen in Eswatini zu helfen. Es bleibt noch so vieles zu
tun.
Herzliche Grüße
Bericht August 2026